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Reiner Eckel


Donnerstag 17.März - 13:52 Uhr

Früher aufstehn: Eckel vs. Eckel. Interview Teil 2.

 

„Manche sammeln sich vor Wahlen die Unterstützer ein. Ich will die Betriebe nach den Wahlen als Partner unterstützen. Das ist mir praktikabler,“ sagt Kandidat Eckel im Gespräch mit Bürger Eckel Eckel. Heute: Fortsetzung des Gesprächs über Wirtschaft und Arbeit.

 


 

Bürger Eckel: Sie haben mich aber warten lassen. Bisher haben wir die „großen Linien“ besprochen. Mal zurück in heimische Gefilde. Was sagen Sie einem kleinen Handwerker, was er von Ihnen zu erwarten hat?

Kandidat Eckel:

Er sollte wissen, dass ich gut weiß wo den Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben in der Region der Schuh drückt.
Die spüren als Erste, wenn die Leute kein Geld in den Taschen haben. Auch das ein Grund, gesetzliche Mindestlöhne einzufordern.

Bürger Eckel: Stopp mal, bringt nicht gerade die ein Mindestlohn an ihre Grenzen?

Kandidat Eckel:

Nein, in der Regel wird in dem Bereich eben nicht weniger als die 8,50 € gezahlt, die die SPD als Mindestlohn fordert.
Aus Gesprächen weiß ich, die meisten würden das begrüßen, weil sie natürlich wissen: wer mehr Geld in der Tasche hat ist auch eher bereit, eine Leistung einzukaufen.

Was mich aber auch juckt sind ein paar hausgemachte Probleme, die gerade den „Kleinen“ zu schaffen machen. Oft genug erleben wir, dass Ausschreibung und Vergabe öffentlicher Bau- und Dienstleistungen nicht Handwerks gerecht erfolgen. An dem Thema sind wir dran, dass die öffentliche Hand unter Vorgaben Teilausschreibungen nach Gewerken vornimmt. Das ist leider nicht immer Praxis.

Auch wegen solcher Dinge will ich den regelmäßigen Austausch mit Innungen/Innungsbetrieben und kommunalen Partnern. Manche sammeln sich vor Wahlen dort die Unterstützer ein. Ich will sie nach den Wahlen als Partner. Das scheint mir entschieden praktikabler.

Bürger Eckel: „Ein paar hausgemachte Probleme“…was gibt es da noch?

Kandidat Eckel:

Gut, das ist zwar nicht Landespolitik, aber manchmal scheint vergessen zu werden, was eigentlich Wertschöpfung bringt. Das sind eben nicht Gebühren für Werbung und Standpräsentationen für Stadt- und Gemeindesäckel. Den mehr als 2.500 Handwerksbetrieben im Burgenlandkreis kann geschickte Kommunalpolitik schon hier unter die Arme greifen. Schließlich wird Geld durch Umsätze verdient, nicht durch Gebühren. Ich muss auch dran erinnern, dass die Mehrzahl der Ausbildungsverträge im Handwerk und in kleinen und mittelständischen Unternehmen geschlossen werden. Auch dafür lohnt sich sich Entlastung immer.

Wesentlich wird auch sein, ob wir den noch immer unterdurchschnittlichen Industriebesatz verbessern können.  Ich bin sicher, wenn wir die industrielle Basis deutlich verbessern, dann wird das auch im Handwerk spürbar. Sowohl auf der Seite der direkten Dienstleistungen für die Industrie, aber auch durch die Lohnverbesserungen für die Menschen die hier wohnen.

Bürger Eckel: Ich frage mich gerade, ob das nicht eine Ausrede ist, weil ja die öffentlichen Haushalte schrumpfen und damit auch öffentliche Aufträge.

Kandidat Eckel:

Was heißt hier Ausrede. Ich weise mal auf das Programm Stark III hin, mit dem wir alle Schulen und KITAS sanieren wollen. Das müssen wir in der kommenden Legislatur machen, danach bekommen wir die 600 Mio nicht mehr gewuppt. Hiervon werden übrigens eben die Handwerksbetriebe etwas haben.

Und an dem Ziel, die industrielle Basis hier zu verbreiten lasse ich auch nicht abbeißen. Das ist doch in einer Region wo Industrie akzeptiert ist vollkommen klar.

Bürger Eckel: Wir werden ja Bildung und Ausbildung noch extra besprechen, aber schon einmal hier die Frage nach Ihrer Position und Ihren Zielen.

Kandidat Eckel:

Ich bin ja nun ein Verfechter der dualen Ausbildung. Eine bessere Ausbildungsform gerade im gewerblichen Bereich ist mir nicht bekannt.
Nun klagen Unternehmen nicht zu unrecht über zunehmend mangelnde Eignung bei Bewerberinnen und Bewerbern. Auch im Handwerk ist das so. Wo doch gerade hier der eigene Nachwuchs ausgebildet wird.

Was nun die Eignung und Berufsvorbereitung betrifft, daran müssen wir arbeiten. Das ist ein Grund, weshalb wir die Sekundarschulen stärken wollen. Es gibt jede Menge Projekte im Bereich der Berufsvorbereitung. Mein Ziel ist aber, dass wir mittelfristig von Projekten zu schulischen Standards kommen.

Es kann ja nicht sein, dass wir im Ländervergleich auf der einen Seite das meiste Geld in Bildung stecken und auf der anderen Seite nahezu 25% im ersten Ausbildungsjahr abbrechen, weil sie mit falschen Vorstellungen angetreten sind. Das müssen wir ändern!

Bürger Eckel: Ein Vorwurf an Schule?

Kandidat Eckel:

Nein, überhaupt nicht. Ich kenne 60 Schulen im Land von innen und weiß, was sie hier leisten. Gerade im Burgenlandkreis ist das Thema Schulpartnerschaften und Kooperation Wirtschaft/Schule hoch angehängt. Aber wir brauchen an den Schulen erstens die Ressourcen und zweitens klare Standards, wenn wir die Wirksamkeit berufsorientierender Maßnahmen erhöhen wollen.

Und damit meine ich nicht UTP. Das war auch nicht das Allheilmittel, hört sich für viele nur gut an.

Bürger Eckel: Hört sich gut an, was Sie sagen.

Kandidat Eckel:

Ist auch gut und ich bin da optimistisch, dass uns hier etwas gelingt.

> zu Eckels Zielen

 


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