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Reiner Eckel


Montag 18.Juli - 21:12 Uhr

Stresstest mit Zwiebelsaft, Kochsalz und Facebook.

 

Das Blog am Sonntag hat heute: Stresstest, das Modewort. Bahnhöfe, Atomkraftwerke, Banken und heute ich. Es ist modern geworden, etwas einem Stresstest zu unterziehen. Meinen Stresstest heute habe ich nicht bestanden. Na und?


 

 

Mit verschleppter Erkältung ins Wochenende und dann Stresstest mit Zwiebelsaft und Kochsalzlösung. Das eine schmeckt zum Brechen, das andere ätzt im Gehirn. Und dann noch der Entzug, der Sonntag ohne Facebook. Wenn das kein Stresstest ist. Ich nehme es vorweg, ich habe ihn nicht bestanden.

 

Das ist im Leben da draußen ganz anders. Es vergeht ja kaum ein Tag an dem ich nicht von Stresstest lese. Mal besteht ihn ein Bahnhof, dann stellen sich dem die deutschen Atomkraftwerke und jüngst waren es die Banken, die ihn überlebten. Stresstest ist scheinbar Mode geworden. Ähnlich wie „innovativ“ oder „alternativlos“. Und immer hat es mit Politik zu tun.

Deshalb kommt bei der neuen Stresstestmode schnell der Verdacht auf, es handele sich bei Stresstests um so etwas wie Feigenblätter. Jedenfalls gefühlt. So wie „innovativ“ suggerieren soll es handele sich um ganz etwas Neues und „alternativlos“ ist eben das einzig Wahre.  Stresstest als eine Art Beruhigungspille für die Öffentlichkeit.

 

Manche fragen deshalb, weshalb nicht die Politik gelegentlich einem Stresstest unterzogen wird. Wird sie aber doch. Mindestens bei jeder nächsten Wahl. Dann ist Schluss mit lustig und Beruhigungspillen helfen meistens auch nicht mehr. Der Wähler als Stresstester richtet. Es kommt vor, dass der Wähler als Stresstester befindet, die bis hier regieren hätten den Stresstest nicht bestanden. Und es kommt vor, dass danach der Stresstest für den Wähler erst richtig losgeht. Manchmal sogar andauernd bis zur nächsten Wahl. Bis dahin sind dann wieder andere Moden erfunden.

 

Schließlich war für mich auch neu, sonntags Zwiebelsaft zu trinken und mir den Dunst von Kochsalzlösung ins Gehirn zu ziehen. Am Ende hielt ich diesen Stresstest doch nicht durch. So ganz ohne Facebook ging es dann doch nicht.



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Tags: Stresstest Sonntagsblog Protest Politik Wahlen 

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Dienstag 5.Juli - 18:07 Uhr

Im Zentrum der Macht. In Zeitz liegen die Mächtigen im Tiefschlaf.

 

Landesausstellung „Der Naumburger Meister“ zelebriert Weltkultur. Und Zeitz als Korrespondenzstandort? zelebriert Provinzpossen, denn diese Werbung ist eine. Unter den Dächern der Dom- und Residenzstadt liegt alles im Tiefschlaf. Die Werbung ein Trauerspiel. Wenn Haseloff und Merkel wüssten, wofür sie den Schirm hin halten…


 

In der Mitteldeutschen Zeitung wird heute das Glück einer Frau aus Ulm geschildert. Sie fand zwar nicht die Moritzburg, hatte aber Glück, überhaupt vom Ereignis Landesausstellung zu wissen. Womöglich hat sie sich in Naumburg erkundigt. In Zeitz sind die Informationen spärlich, um nicht zu sagen Null. An heutigen Möglichkeiten gemessen.

Deshalb gibts seit Sonntag auf reinereckel.de Werbung für die Landesausstellung „Die Naumburger Meister“. Es war nur eine halbe Stunde Arbeit. Bis dahin aber war es blankes Entsetzen.

 

 

Auf der Suche nach Material und Veranstaltungshinweisen vor allem für Zeitz wurde ich fündig. In Naumburg! Auf den Seiten naumburgermeister.eu fand ich sogar alle Veranstaltungstermine in Zeitz. Und auf Zeitz.de? Fehlanzeige.

Eine dürre Pressemitteilung, Haseloff und Merkel hätten die Schirmherrschaft übernommen, ein Bildchen vom Flyer „Im Zentrum der Macht“ und eine Beschreibung sonst nichts. Garnichts. Keine Werbung an sichtbaren und üblicherweise erkennbaren Plätzen, keine Anmelde- oder Reservierungsmöglichkeit, geschweige denn eine Anfahrtskizze.
Nun hätte ich gedacht, das Bild sei wenigstens mit einem Download des Flyers verlinkt. Das normalste heute. Fehlanzeige.
Selbst die Ausstellungseröffnung für Mittwoch hat sich erst gestern ins Netz geschlichen.

Das ist, gelinde augedrückt, eine Frechheit. Schließlich fließen hier nicht nur 50 Tausend Euro städtisches Geld. So bekommst du keine Menschen in die Stadt.

 

Die Saale-Unstrut-Region macht Werbung auf Teufel komm raus. Es gibt eine Broschur mit Reisepaketen, du kannst sich über Downloads informieren und anmelden, wie es sich gehört.
In Zeitz aber liegen die Macher unter den Dächern der Dom- und Residenzstadt im Tiefschlaf. Das macht mich wütend und traurig. Der Hinweis auf „des Messers Schneide“ liegt schon seit Monaten im Netz. Für das Jahr 2014! Aber was nächste Woche ist, soll offenbar keinen interessieren.

 

Diese Fehlleistung muss im Stadtrat ein Nachspiel haben. Ja, als Zeitzer fühle ich mich regelrecht beleidigt. Haleloff und Merkel als Schirmherren ging es wohl ebenso, wenn sie davon wüssten, was hier „im Zentrum der Macht“ los ist: Nichts.

 

Ach doch, etwas ist den Werbemachern im Rathaus immer noch das wichtigste:  dass seit 1. Mai 2009 Herr Dr. Kunze OB ist. Das steht auf der Startseite dort, wo der Naumburger Meister stehen müsste. Wenigstens bis November. Alles eine Frage der Prioritäten.
Es ist traurig und deshlab kann ich mir im Moment nur noch selbst helfen, indem ich mich darüber lustig mache. Nur um nicht auch als Trauerkloß zu enden.

 

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Tags: Zeitz Merkel Wutbürger Kultur Bürger 

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