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Reiner Eckel


Dienstag 4.September - 21:02 Uhr

Kein Rettungsschirm für die Kultur?


Statt einen Rettungsschirm für die Kultur hat die Kultur Zelte aufgespannt.

 

Das Anhaltinische Theater in Dessau sieht sich bedroht. 205.000 Euro will das Kultusministerium dem Theater streichen. Dabei haben die Theatermacher seit Jahren auf 10 bis 15 Prozent Einkommen verzichtet und nun auf den Wiesen vor dem Kultusministerium die Zelte aufgeschlagen. 
 


Aus der Erfahrung wissen wir - Lohnverzicht rettet keinen Arbeitsplatz. Auch nicht in der Kultur. Lohnverzicht ist der Vorläufer von Umstrukturierung. Umstrukturierung ist der Vorläufer von Schluss mit dem Theater. Das wissen wir aus Zeitz, das wissen wir aus Halle, das hat sich vielerorts bestätigt.


Inzwischen darf uns Angst und Bange werden. Drohende Altersarmut ist derzeit öffentlich in der Debatte. Die geistige Verarmung indes kann man überall sehen und fühlen und hören. Ein Rettungsschirm für die Kultur ist nicht in Sicht. Es sei kein Geld im Etat.
 


Bundestagspräsident Lammert ist ein kluger Mann, der sagte:


"Öffentliche Ausgaben müssen sich rechtfertigen. Zur Konsolidierung öffentlicher Haushalte sind Kuturetats dagegen völlig ungeeignet. Dafür ist ihr Anteil an den Gesamtausgaben zu gering und ihre Bedeutung zu hoch". Eine gute Argumentation für einen Rettungsschirm für die Kultur!


Rettungsschirm für die Kultur nicht finanzierbar? 205.000 Euro weniger für das Anhaltische Theater?
 


Ein einfaches Rechenexempel:
 Was wäre, wenn der Landtag Sachsen-Anhalt die jüngste Diätenerhöhung nur um 695,30 Euro (statt 858,00) pro Monat und Abgeordneten beschlossen hätte? Genau: das würde pro Jahr 205.000 Euro weniger kosten.


Fotos: Anhaltisches Theater


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Tags: Kunst Kultur 

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Samstag 3.Dezember - 16:20 Uhr

Bunter Teller für die Sinne. Harmonic Brass in Zeitz.


Mit den schon traditionellen Weihnachtskonzerten von Harmonic Brass gelang ein schöner Wurf.
Der evangelische Kirchenkreis mit dem Harmonic-Brass-Enthusiasten Helfried Adam laden für den 17. Dezember erneut in die Zeitzer Michaeliskirche.
 


Und wie jedes Jahr bringen die fünf Münchener Blechbläser neue Stücke und Überraschungen mit.
Die neuen Stücke stammen von der neuen CD "Joy to the World". Die Überraschung sind Weihnachtsgeschichten aus dem eben erschienen Buch.
Lesen wird die Geschichten Hornist und Moderator Andreas Binder.
Jetzt schreiben die auch noch, wird mancher denken. Wenn sie so schreiben wie sie spielen dürften gute Geschichten mit hübschen Pointen zu erwarten sein.
Wattig-zarte Choräle werden sich abwechseln mit eruptiven Ausflügen in die Welt des Jazz. Spannung liegt in der Luft, gleich neben Besinnlichkeit.
 
 
Fotos: Harmonic Brass
 
Wer es bis zum Konzertabend nicht mehr aushält und keine CD zu hause hat - hier sind schonmal einige Hörproben.

Also: am 17. Dezember / 19.30 Uhr / Michaeliskirche Zeitz: Harmonic Brass

Kartenvorverkauf (14,00 €):
Pfarrbüro St. Michael
Buch & Kunst
Zeitz Information
Presse-Lotto-Shop, Zeitz-Ost
Ticket Shop Chelsea
Abendkarten 16,00 €

 
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Tags: Kultur Kunst 

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Dienstag 5.Juli - 18:07 Uhr

Im Zentrum der Macht. In Zeitz liegen die Mächtigen im Tiefschlaf.

 

Landesausstellung „Der Naumburger Meister“ zelebriert Weltkultur. Und Zeitz als Korrespondenzstandort? zelebriert Provinzpossen, denn diese Werbung ist eine. Unter den Dächern der Dom- und Residenzstadt liegt alles im Tiefschlaf. Die Werbung ein Trauerspiel. Wenn Haseloff und Merkel wüssten, wofür sie den Schirm hin halten…


 

In der Mitteldeutschen Zeitung wird heute das Glück einer Frau aus Ulm geschildert. Sie fand zwar nicht die Moritzburg, hatte aber Glück, überhaupt vom Ereignis Landesausstellung zu wissen. Womöglich hat sie sich in Naumburg erkundigt. In Zeitz sind die Informationen spärlich, um nicht zu sagen Null. An heutigen Möglichkeiten gemessen.

Deshalb gibts seit Sonntag auf reinereckel.de Werbung für die Landesausstellung „Die Naumburger Meister“. Es war nur eine halbe Stunde Arbeit. Bis dahin aber war es blankes Entsetzen.

 

 

Auf der Suche nach Material und Veranstaltungshinweisen vor allem für Zeitz wurde ich fündig. In Naumburg! Auf den Seiten naumburgermeister.eu fand ich sogar alle Veranstaltungstermine in Zeitz. Und auf Zeitz.de? Fehlanzeige.

Eine dürre Pressemitteilung, Haseloff und Merkel hätten die Schirmherrschaft übernommen, ein Bildchen vom Flyer „Im Zentrum der Macht“ und eine Beschreibung sonst nichts. Garnichts. Keine Werbung an sichtbaren und üblicherweise erkennbaren Plätzen, keine Anmelde- oder Reservierungsmöglichkeit, geschweige denn eine Anfahrtskizze.
Nun hätte ich gedacht, das Bild sei wenigstens mit einem Download des Flyers verlinkt. Das normalste heute. Fehlanzeige.
Selbst die Ausstellungseröffnung für Mittwoch hat sich erst gestern ins Netz geschlichen.

Das ist, gelinde augedrückt, eine Frechheit. Schließlich fließen hier nicht nur 50 Tausend Euro städtisches Geld. So bekommst du keine Menschen in die Stadt.

 

Die Saale-Unstrut-Region macht Werbung auf Teufel komm raus. Es gibt eine Broschur mit Reisepaketen, du kannst sich über Downloads informieren und anmelden, wie es sich gehört.
In Zeitz aber liegen die Macher unter den Dächern der Dom- und Residenzstadt im Tiefschlaf. Das macht mich wütend und traurig. Der Hinweis auf „des Messers Schneide“ liegt schon seit Monaten im Netz. Für das Jahr 2014! Aber was nächste Woche ist, soll offenbar keinen interessieren.

 

Diese Fehlleistung muss im Stadtrat ein Nachspiel haben. Ja, als Zeitzer fühle ich mich regelrecht beleidigt. Haleloff und Merkel als Schirmherren ging es wohl ebenso, wenn sie davon wüssten, was hier „im Zentrum der Macht“ los ist: Nichts.

 

Ach doch, etwas ist den Werbemachern im Rathaus immer noch das wichtigste:  dass seit 1. Mai 2009 Herr Dr. Kunze OB ist. Das steht auf der Startseite dort, wo der Naumburger Meister stehen müsste. Wenigstens bis November. Alles eine Frage der Prioritäten.
Es ist traurig und deshlab kann ich mir im Moment nur noch selbst helfen, indem ich mich darüber lustig mache. Nur um nicht auch als Trauerkloß zu enden.

 

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Tags: Zeitz Merkel Wutbürger Kultur Bürger 

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Sonntag 12.Juni - 17:54 Uhr

Tokio? Tokyo! Bunte Bilder? Fotos!

 

„Tokio? Tokyo!“. Eine Fotoausstellung in Zeitz, die mehr zeigt als „ein paar bunte Bilder“. Sebastian Nicolai und sein journalistischer Blick. Ein Besuch dar Schau in der Moritzburg lohnt sich.


Wenn sich der Chef der verunfallten Atomreaktoren in Fukushima und der Regierungschef voreinander verneigen kommt uns das seltsam vor. Wie aus einer anderen Welt. Das ist sie wohl auch, die Welt der Japaner.

 

 

Sie schöpfen ihre Disziplin aus ihren tief verwurzelten Traditionen. Das wurde uns mit den Bildern nach der verheerenden Tsunamikatastrophe bewusst. Diszipliniert und scheinbar wohlgeordnetes Anstehen nach Wasser und etwas Essbarem. Das hat uns tief beeindruckt.

 

Ein weit her geholter Vorspann für einen Ausstellungshinweis auf „ein paar bunte Bilder“, wie deren Autor bemerkte? Was wir seit heute in der Zeitzer Moritzburg sehen sind aber Fotos, nicht ein paar bunte Bilder. Was wir noch sehen sind eben diese tief verwurzelten Traditionen.

 

 

Offenbar in Tokyo besonders kontrastreich erlebbar ist die für uns manchmal schwer begreifbare Kluft zwischen Tradition und Moderne in diesem Land. In den Menschen und besonders in der Architektur. Das weit auskragende pagodenähnliche Dach vor geradlinig gläsernen Bürotürmen, das strahlend erleuchtete Dschunken ähnliche Boot unter steil und spitz im Himmel steckenden Brückenpfeilern. Nikolai macht den Traditionen zelebrierenden Japaner auch dort sichtbar wo er selbst nicht abgebildet ist. Die Wasser spendende Bambusröhre am Tempeleingang, die Japanerin in traditioneller Kleidung mitten im Menschengewirr vor der schreienden Werbung des Einkaufstempels.

 

Man sieht in den Fotos den journalistischen Blick des Autors. Was du erlebst, was du siehst: halt es fest und erzähl es! In bunten Bildern? In Fotos!

 

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Tags: Zeitz Kunst Kultur Fotografie 

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Samstag 16.April - 00:20 Uhr

Grazy Eggs an der Straße der deutschen Sprache.

 

Was die „Neue Fruchtbringende Gesellschaft“ aus Köthen auf den Schild hebt und was derweil andere auf das Schild schreiben. An der Straße der deutschen Sprache können sie alles, außer hochdeutsch.

 

 

Wer kennt ihn nicht, den Werbespruch „Wir können alles. Außer hochdeutsch.“ Baden-Württemberg warb so bundesweit für seine Wirtschaftsstandorte. Ein deutsches Bundesland wirbt mit einem Satz in deutscher Sprache. Mc Donalds kann das auch. „Ich liebe es“. Nun haben findige Sprachliebhaber aus Köthen die Idee, beginnend in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen eine „Straße der deutschen Sprache“ einzurichten. Es wird auch Zeit, sagen die einen.

 

Die anderen sagen: Wo leben die denn? Das ist doch alles nicht stylisch und dem Life-Style entspricht solches schon gar nicht. Es wird viel zu tun geben, links und rechts an der Straße der deutschen Sprache.

 

Gehe am 23. April und entdecke Grazy Eggs auf der Mall! Du glaubst doch nicht du könntest „große Eier auf der überdachten Ladenstraße“ entdecken. Du glaubst doch nicht, Teens aus dem Land der Frühaufsteher oder gar den im Masterroom chillenden Youngster auf der überdachten Ladenstraße anzutreffen? Grazy Eggs, das ist stylisch. Das wirkt.

 

Leute, das mit der Straße der deutschen Sprache ist nicht trendy. Das musst du wenigstens mit einigen Live-Acts verbinden. Am besten so, dass es für Kids wie Silverager nicht ein Höhepunkt sondern ein Highlight wird. Ein richtig stylisches Event eben. Gut, bei den Kids kann dir passieren die sind gerade beim Girls and Boys Day, dann hast du Pech. Und so ganz ohne Risiko ist auch dein Live-Act-Event für die Silverager nicht. Es könnte sein die tummeln sich gerade zum Equal Pay Day. Dann ist Mall out und gesprochen wird dort alles außer hochdeutsch.

 

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