ReinerEckel.de

Blogarchiv

   

Reiner Eckel


Dienstag 5.Februar - 21:20 Uhr

Umstritten, schön, daneben? Das PeerBlog.

 

Andere machen für Peer Steinbrück ein Blog. Wieder andere regt das auf. Warum?


Schade eigentlich, denn es ist schön. Das PeerBlog. So neu, wie die Macher tun ist aber wahrlich nicht. Also kam, was kommen musste, wenn Peer Streinbrück mit Neuigkeiten kommt. Alle Welt stürzt sich darauf. Der Start am Samstag wieder so ein Start - unglücklich, einwenig peinlich und vor allem unnötig. Was kommen musste.

Denn die selbst ernannten Erfinder des neuen Bloggens gießen am besten Blogplatz "Über uns" ziemlich rüde Pech über den Rest der Welt, der aus deren Sicht Blog noch mit "ck" schreibt und nichts von der Welt des vernetzten Web verstanden habe. Diesen Zynismus konnten Medien und Blogger nur schnellstmöglich und bissig kommentiert ihrerseits in die Webwelt tragen. Das haben sie nun davon, der Peer, das PeerBlog und die es machen. 

Wasser auf die Mühlen gab zudem der Spiegel, der zeitgleich zu berichten wusste, Nicht-genannt-werden-wollende fünf namhafte Unternehmer wäre dieses Blog einen sechsstelligen Betrag wert. Nagut. Die Mannen um Peer und Peer selbst, was haben sie doch für ein Talent, sich selbst die Fettnäpfchen in den Weg zu stellen.
 


Trotzdem, PeerBlog ist gut gemacht. Weiter hinten finden sich gute Texte, das Design ist leicht und edel. Was sich die Macher dachten, es in die CDU-Farben zu tauchen wird erst beim zweiten Blick klar. Und der führt in die Tagliste. Wer in der weißen Schrift auf schwarzem Grund Schlagwörter wie "Gerechtigkeit"und "Mindestlohn", "Familie" oder "bezahlbare Mieten" sucht, wird sie nicht finden. Selbst nach der Suchfunktion spuckt das Blögchen hierzu spärlich Beiträge hin. Und wenn, dann sind es solche, die sich mit den Fehlern der anderen beschäftigen.



Also finden wir in der Tagliste "Altmaier" neben "Merkel", "Sexismus" gleich bei "Brüderle" und natürlich paaren sich dort "Plagiatsaffäre" und "Schavan". Ein freundliches Schwarz und ein smartes Gelb, die Farben der CDU also als die hintegründige Giftspritze, versteckt im Design? Mit dieser Idee könnte man sich fast anfreunden. 


Wie die bloggenden Wählerinnen und Wähler das finden wird sich zeigen.


Foto oben: peerblog.de


> zum PeerBlog        > peer-steinbrück.de

 


Tags: Wahlen Steinbrück SPD Medien 

405 Views

0 Kommentare

Freitag 21.Dezember - 21:56 Uhr

Liebe Frau Merkel, lieber Herr Steinbrück

 

Wahlbrief an die Kandidatin und den Kandidaten für das Kanzleramt.

 

Liebe Frau Merkel, lieber Herr Steinbrück,


Wählerbriefe schreiben üblicherweise ja Kandidat-/innen in der heißen Wahlkampfphase an das Wahlvolk. Ich schreibe heute mal einen als Wähler an Sie als Kandidatin und Kandidat für das Kanzleramt. Draußen ist Winter und das Jahr neigt sich dem Ende zu. Heißer Wahlkampf ist also noch weit weg. Eine gute Zeit für den Wählerbrief. Zumal manches, was Sie tun schon mächtig nach Wahlkampf riecht.



Etwa, dass Sie, Herr Steinbrück, das umtriebige Bankenwesen regulieren wollen, wie ich kürzlich las. Warum kann ich Ihnen das noch nicht glauben? Die Trennung von Investment – und Geschäftsbanken, der Gedanke kann mir schon gefallen. Aber das wird längst nicht reichen. Irgendwie habe ich noch im Hinterkopf, ob Sie nicht doch Halbherziges als Regulierung verkaufen möchten. Den Beweis, dass dies nichts mit den doch üppigen Honoraren für Ihre Reden auch bei Bankhäusern zu tun hat, müssen Sie noch erbringen.



Ihnen Frau Merkel ist auch Halbherzigkeit zu unterstellen. Wie wollen Sie politisch richtig schlussfolgern, wenn Sie an Armutsberichten herumradieren und Herrn Rösler sagen lassen, uns ginge es noch nie so gut wie jetzt? Gerne nehmen Sie doch mal den Blick auf die Reichtumsuhr damit er sich öffne für gesellschaftliche Realität. Wir reden über Millionen, die trotz Arbeit von ihrem Lohn nicht leben können. Wir reden über Hunderttausende, die von Altersarmut bedroht sind.


Hätten Sie ihn, den Blick auf gesellschaftliche Realität, würden Sie nicht das jetzige Modell der Zuschussrente verfolgen. Falls Sie jetzt nicken, Herr Steinbrück, Ihre Solidarrente ist auch keine Antwort auf drohende Altersarmut. Zu viele Menschen werden die Bedingungen in dem einen wie im anderen Modell nicht erfüllen, die aber zu dieser Rente erforderlich sind. Stattdessen verdienen auch in Ihrem Modell die Versicherer und nicht die künftigen Rentner.
Ihnen beiden würde ich empfehlen, einmal den MERCER GLOBAL PENSION INDEX 2012 zu lesen, der die Rentensysteme international vergleicht (und geflissentlich übersehen wird in Deutschland). Schon der einführende Artikel von Georges Hallermayer öffnet uns die Augen, Deutschland steht hier auf Platz 12. Von 18! Ein Trauerspiel.



Apropos verdienen. „die Bekämpfung von Leih- und Zeitarbeit - also "gleicher Lohn für gleiche Arbeit,“" steht als Ziel auf der Agenda bei Ihnen, Herr Steinbrück. Sie brauchten sich nur klar zur Korrektur des falschen Kurses gerade bei der Leih- und Zeitarbeit zu bekennen, den Sie mit Rot-Grün einstens einschlugen. Und zwar konkret, ohne butterweiche Worthülsen. Ich sehe Frau Merkel schon grinsen, weil auch Sie ahnt, dass Sie den Mut nicht haben. Wer weiß, womöglich hat Sie auch Ihren Brief „Dafür will ich kämpfen“ gelesen. Dort toben Sie sich heftig aus über Missstände und falsche Politik. Doch wofür Sie kämpfen wollen steht dort nicht zu lesen. Wir Wählerinnen und Wähler sind nun aber sehr gespannt, was da noch kommt. Und zwar von Ihnen beiden.


Liebe Frau Merkel, lieber Herr Steinbrück,


wie Millionen bin auch ich gespannt, was von Ihnen für Vorschläge kommen, unsere Gesellschaft gerechter zu machen. Gelegentlich werde ich mich zu Ihren Vorschlägen mit einem Wahlbrief bei Ihnen melden, ob ich das richtig verstanden habe.


Nun aber ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Wahljahr.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr Reiner Eckel


 

Fotos: Bayrischer Rundfunk (2), gpress (1), taz (1)


Tags: Wahlen Wahlbrief Merkel 

707 Views

0 Kommentare

Montag 18.Juli - 21:12 Uhr

Stresstest mit Zwiebelsaft, Kochsalz und Facebook.

 

Das Blog am Sonntag hat heute: Stresstest, das Modewort. Bahnhöfe, Atomkraftwerke, Banken und heute ich. Es ist modern geworden, etwas einem Stresstest zu unterziehen. Meinen Stresstest heute habe ich nicht bestanden. Na und?


 

 

Mit verschleppter Erkältung ins Wochenende und dann Stresstest mit Zwiebelsaft und Kochsalzlösung. Das eine schmeckt zum Brechen, das andere ätzt im Gehirn. Und dann noch der Entzug, der Sonntag ohne Facebook. Wenn das kein Stresstest ist. Ich nehme es vorweg, ich habe ihn nicht bestanden.

 

Das ist im Leben da draußen ganz anders. Es vergeht ja kaum ein Tag an dem ich nicht von Stresstest lese. Mal besteht ihn ein Bahnhof, dann stellen sich dem die deutschen Atomkraftwerke und jüngst waren es die Banken, die ihn überlebten. Stresstest ist scheinbar Mode geworden. Ähnlich wie „innovativ“ oder „alternativlos“. Und immer hat es mit Politik zu tun.

Deshalb kommt bei der neuen Stresstestmode schnell der Verdacht auf, es handele sich bei Stresstests um so etwas wie Feigenblätter. Jedenfalls gefühlt. So wie „innovativ“ suggerieren soll es handele sich um ganz etwas Neues und „alternativlos“ ist eben das einzig Wahre.  Stresstest als eine Art Beruhigungspille für die Öffentlichkeit.

 

Manche fragen deshalb, weshalb nicht die Politik gelegentlich einem Stresstest unterzogen wird. Wird sie aber doch. Mindestens bei jeder nächsten Wahl. Dann ist Schluss mit lustig und Beruhigungspillen helfen meistens auch nicht mehr. Der Wähler als Stresstester richtet. Es kommt vor, dass der Wähler als Stresstester befindet, die bis hier regieren hätten den Stresstest nicht bestanden. Und es kommt vor, dass danach der Stresstest für den Wähler erst richtig losgeht. Manchmal sogar andauernd bis zur nächsten Wahl. Bis dahin sind dann wieder andere Moden erfunden.

 

Schließlich war für mich auch neu, sonntags Zwiebelsaft zu trinken und mir den Dunst von Kochsalzlösung ins Gehirn zu ziehen. Am Ende hielt ich diesen Stresstest doch nicht durch. So ganz ohne Facebook ging es dann doch nicht.



> Startseite     > Blog Eckels Art


Tags: Stresstest Sonntagsblog Protest Politik Wahlen 

1602 Views

0 Kommentare

Samstag 26.März - 22:51 Uhr

Eine Woche nach der Wahl. Nicht unpolitisch aber schön.

 

Eine Woche nach der Wahl. Die Plakate sind entsorgt, die Rechnungen werden bezahlt. Und auch sonst ist jede Menge aufzuräumen. Auch innen.

Eine Woche nach der Sachsen-Anhalt-Wahl kommentieren die Medien Bilder aus Magdeburg. Sie sprechen von „glücklichen Politikern“. Da wird es nun Zeit, etwas anderes zu machen. Schönes. Schönes muss ja nicht unpolitisch sein.

Eine Woche nach der Wahl zeigt sich ein klarer Trend. Sollte ich deshalb etwa schwarz malen?

 

Ach übrigens. Nach Wahlen gibt es jede Menge aufzuräumen. Da stehen die Webpräsenzen in der Gegend herum, haufenweise Lutscher und Luftballons liegen neben Flyern.

Was mache ich damit?:

EckelsBlognotizen, das Wahlkampftagebuch mache ich Ende April zu und werde nur noch hier bloggen.
Meine Kandidatenseite reinereckel.de werde ich irgendwie umpolen und „Politik mit Herz“ auf Facebook melde ich Ende April ab.

Eckels Art wird neu belebt. Darauf freue ich mich schon jetzt.  Und auch sonst werde ich mich auch am politischen Zeitgeschehen abarbeiten.


Tags: Wahlen SPD 

1755 Views

0 Kommentare