ECKEL's ART | Das mit dem Teilen.
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Das mit dem Teilen.

Was aus einem Skiunfall für 2014 zu lernen wäre.

Das Teilen scheint ja doch irgendwie verrückt ansteckend zu sein in diesen Tagen. Man teilt bei Facebook alles Mögliche. Eine gewisse Bank meint sogar, den Platz an meiner Seite teilen zu wollen, oder etwas das sie an meiner Seite vermutet.
Frau Merkel teilt und nimmt in ihrer Neujahrsansprache die Bereitschaft der Deutschen zu teilen erfreut zur Kenntnis. Jedenfalls die Hilfsbreitschaft während der Flut in diesem Sommer. Ansonsten möchte die Kanzlerin von Teilen im Sinne von „Teilen“ nicht viel wissen. Nicht mit ihrer Politik. Höchstens teilt sie die in deutschen Medien zu vorderst rangierende Anteilnahme an Michael Schumachers Schicksal. Nur, mit „Teilen“ hat das nichts zu tun, dieses seltsam anmutende ansteckende Wettrennen um Nachrichten.

Der Skiunfall eines Einzelnen – in „Bild“ als Aufmacher millionenfach geteilt, okay. Als Eilmeldung mit fünfminütigen Kommentaren und Berichten  in öffentlich-rechtlichen Nachrichten? Und als unverzügliche Stellungnahme einer Bundeskanzlerin? Nicht okay. Doch, was sagt uns das? Wenigstens, dass mehr als 30 Terrortote in nur 24 Stunden keine Eilmeldung mehr wert sind. Wäre doch Schumacher wenigstens ein Kind Wolgograds.

Schumachers Schicksal sei von öffentlichem Interesse, weil sich Millionen dafür interessieren lässt ein Kolumnist uns wissen. Ist etwas von öffentlichem Interesse allein deshalb weil es Millionen Einzelne interessiert? Das teilte ich nur, wenn millionenfaches Armutsrisiko in Deutschland und millionenfacher Hungertod in der Welt täglich die deutschen Medien dominieren würden. Tun sie aber nicht. Weil diese Menschen anonym sind, nicht prominent. Womöglich sind sie selbst um Schumachers Leben bangende Fans .

Nachrichten um Prominente, offensichtlich ein gutes Mittel zu bestimmen, was von öffentlichem Interesse ist und was nicht. Gut geeignet, Blick und Sinn weg zu manipulieren von den täglichen öffentlichkeitsrelevanten Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft. Warum sollten auch in einer ungerechten Gesellschaft ausgerechnet Medien gerecht sein. Schließlich wird das nicht einmal von der Politik erwartet. Allerdings hätte der anonyme, Gebühren zahlende Nichtprominente hierzulande wenigstens von renommierten Formaten wie „Tagesschau“ und „heute“ mit mehr Gespür für Gewichtung in der Berichterstattung rechnen können. Das Schicksal Schumachers hätte er dadurch nicht weniger geteilt.

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