ECKEL's ART | Die eingebildete Deutungshoheit.
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Die eingebildete Deutungshoheit.

Wenn Medien über müden Wahlkampf klagen. Hat es mit ihnen selbst zu tun.

„Die Massenmedien sind Kommunikationsmittel, die durch technische Vervielfältigung und Verbreitung mittels Schrift, Bild oder Ton Inhalte an eine unbestimmte Zahl von Menschen vermitteln und somit öffentlich an ein anonymes, räumlich verstreutes Publikum weitergeben.“ (Wikipedia)

Seltsame Diagnostik
Manchen Medien hierzulande scheinen nun jene Inhalte auszugehen. Eine ganze Reihe im hiesigen Blätterwald beklagt einen müden Wahlkampf. Dabei unterscheidet sich dieser nicht wesentlich von anderen Wahlkämpfen zuvor. Nur dass es eine Wechselstimmung nicht gibt. Also  diagnostizieren Schreiberlinge die allgemeine Wahlkampfmüdigkeit.

Wir lesen Formulierungen wie „Valium-Wahlkampf“, „Wahlkampf als Kultur des Plakativen“, „keiner tut dem anderen weh“. Für Medien ist das eine seltsame Diagnose. Und doch sagt sie einiges aus. Vor allem über den Zustand dieser Medien selbst. Kein Bericht also, wenn keiner dem anderen weh tut. Blut wollen wir sehen! Wo bleibt das nächste Fettnäpfchen! Wir brauchen Affären! Bewerft euch mit Dreck!

Es genügt nicht die einfache Wahrheit
Inzwischen hat nun selbst Steinbrück keine Lust mehr auf Fettnäpfchen. Das schmeckt den Medien wohl überhaupt nicht.
Auch nicht die einfache Wahrheit genügt ihnen, dass es den Deutschen gut geht, Merkel beliebt ist und es deshalb so gar keine Wechselstimmung gibt. Das Problem der SPD.
Was eigentlich für Medien eine gute Zeit wäre, Inhalte zu vermitteln und Unterschiede zwischen den Kandidaten zu verdeutlichen wird genutzt sich als Besitzer der Deutungshoheit zu präsentieren. Wir sagen euch, wer hier der Dumme ist. Und der ist Steinbrück. Ist es Aufgabe der Medien, Deutungen darüber abzugeben, mit wem es geht und mit wem überhaupt nicht?

Einer macht alles falsch, eine alles richtig?
Das stoisch wiederholte Medienritual „der macht alles falsch“ liest sich inzwischen auch wie eine Valiumblase. Ohne Frage, Steinbrück hatte einiges falsch gemacht am Anfang. Macht Merkel deshalb alles richtig? Wird sie deshalb freigestellt von Kritik?

Medienkenner müssen lange kramen wollen sie finden, wann zuletzt ein Spitzenkandidat vor Bundestagswahlen so runtergeschrieben, ja niedergemacht wurde wie Peer Steinbrück. Noch immer. Und immer wieder. Macht er selbst keine Fehler, wird eben an eine Nichtigkeit aus Steinbrücks Fettnäpfchenzeit erinnert. Hatte er einen guten Auftritt, muss aber unbedingt hinten herum gefragt werden, ob ein Hon0rar ihn angetrieben hätte.

Was bewegt eigentlich Medien, am Wesentlichen vorbei, immer nur nach dem Haar in der Suppe zu suchen? Und nur auf diesem einen Teller. Geht Steinbrück mit dem 100-Tageprogramm für den Regierungseinstieg ans Licht kommen prompt die ganz Schlauen aus den Redaktionen.  Nicht um dessen Inhalte zu vermitteln. Nein, sie zählen auf, was alles nicht drin steht. Als könnte jemand in Hundert Tagen durchregieren, was die Union eine ganze Legislatur vor sich her geschoben hat.

Und was macht der Wähler? Angesichts des einseitig rauschenden Windes im deutschen Medienblätterwald, dem Lobgehudel der Umfrageinstitute und  Hofberichterstatter? Er bleibt heim.

Peer Steinbrück Angela Merkel

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