ECKEL's ART | Die schönste Nebensache der Welt. Nur für Männer.
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Die schönste Nebensache der Welt. Nur für Männer.

Wenn diese Frauenfußball WM ein Sommermärchen wird. Dann wird das Märchen vermutlich anders erzählt als das von 2006. Jedenfalls von den fachkundigen Männern an deutschen Fußballstammtischen.

Nun sind die ersten Tore gefallen in dieser Frauenfußball WM in Deutschland. Und tatsächlich, die Tore haben Frauen erzielt.

Alles spricht vom neuen Sommermärchen. Es begann auch gut heute. Fast ausverkauftes Stadion in Sinsheim, volle Hütte in Berlin, ausgelassene Stimmung vor der Leinwand in Frankfurt, La olá – Wellen auf den Rängen, ein Sieg der deutschen Frauen im Eröffnungsspiel. Wenn diese Frauenfußball WM ein Sommermärchen wird, dann wird dieses Märchen vermutlich anders erzählt als das von 2006. Jedenfalls von den Männern.

Denn in der an deutschen Stammtischen versammelten Fußballfachwelt  grummelt es vor sich hin. Schon lange. Etliche wagen sich mit ihrem kenntnisreichen Fußballfachurteilsvermögen sogar über den Rand des heimischen Stammtisches hinaus. Sie erheben ihre weissagenden Stimmen an ihren Stammplätzen bei Facebook.  Sie twittern in die Welt, dass trotz Weltmeistertitel Frauenfußball eben doch „ein anderer Sport als Fußball“ sei.

Da müssen der Almsick heute im Stadion als Co-Moderatorin die Ohren geklingelt haben und heftig der Puls hoch geschlagen sein. „Wollen die mir nun meine Schwimmtitel aberkennen?“, wird sie sich gefragt haben. Schließlich kann Frauenschwimmen ja nicht von vornherein freigesprochen werden von dem Verdacht, gar nicht Schwimmen zu sein.

Männer beim Fußball wissen wovon sie reden.

Das ist dann so ähnlich wie das, was sich am Rande von Frauenfußballspielen tut. Oma und Opa kommen mit den Enkeln nebst einem Picknickkörbchen. Wenn sie Zeit haben kommen Spielerinnenmänner mit Kindern und spielen hinterm Tor Völkerball und Haschen. Zwischendurch gibt es Kaffee und Kuchen für die Großen und Fassbrause die Kleinen. Volksfest und Friede, Freude, Eierkuchen. Spaß am Spiel nennen das die Freunde des Frauenfußballs.
Einen anderen Sport nennen das die Fachmänner vom Stammtisch.

Und wehe du kennst sie, die dickbäuchigen Kritiker jedes Frauenfußballsommermärchens, die japsend ein Bier brauchen, wenn sie die Zuschauerränge endlich überwunden haben. Wirf ihnen einen Ball vor die Füße und sie wissen nicht, was damit zu tun ist. So geht es denen auch mit der Frauenfußball WM. Wenn es ein Sommermärchen wird, sie werden das Märchen anders erzählen als das von 2006.

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