ECKEL's ART | Dieses Schweigen ist ohrenbetäubend laut
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Dieses Schweigen ist ohrenbetäubend laut

Tröglitz und seine schweigende Mehrheit

Wie deutlich die Sprache einer „schweigenden Mehrheit“ sein kann, dass zeigt Tröglitz in diesen Tagen und Wochen.

Sogenannte „Spaziergänger“ machen gegen Asylantenzuzug in Tröglitz mobil, die Mehrheit in Tröglitz schweigt.
Der ehrenamtliche Bürgermeister samt seiner Familie wird bedroht bis zu seinem Rücktritt, die Mehrheit in Tröglitz schweigt.
Das Haus, in dem Asylbewerber wohnen sollen brennt lichterloh, die Mehrheit in Tröglitz schweigt.
Dem für Tröglitz zuständigen Landrat wird mit Mord gedroht, die Mehrheit in Tröglitz schweigt.
Es finden sich Menschen, die aufbegehren gegen Fremdenhass und Gewalt, die Mehrheit in Tröglitz bleibt daheim. Und schweigt.

Ohrenbetäubender als dieses Schweigen in Tröglitz kann Schweigen nicht sein. Und, dieses Schweigen spricht doch ein klare Sprache.

Wie oft hörten und lasen wir zuletzt von eben dieser noch immer schweigenden Mehrheit, sie stünde keineswegs rechts. Es seien Bürger-/innen der Mitte, die Fremdenhass und Gewalt verabscheuten. Ist das so? Und wenn, weshalb hat sie sich nicht am Haus des Bürgermeisters versammelt, schweigend zwar doch sich als Mehrheit zeigend?

Spätestens seit Pegida rechnet sich genau diese schweigende Mehrheit zu den Missverstandenen und stimmt in den über Lügenpresse schimpfenden Chor dann, wenn diese eben jene schweigende Mehrheit rechts einordnet. Schließlich fiele das, einer schweigenden Mehrheit anzugehören, doch mindestens unter Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit also hat nicht vermocht, sich schützend vor die Familie eines Bürgermeisters zu stellen. Meinungsfreiheit darf also Morddrohungen an politische Mandatsträger schweigend geschäftsfähig und alltagstauglich im Meinungsstreit machen. Meinungsfreiheit also ist, wenn eine schweigende Mehrheit andere sprechen oder handeln lässt.

So wird sie also, die schweigende Mehrheit in Tröglitz ihrerseits erdulden müssen, dass ihr 2.700 Seelen zählendes Dörfchen zu jenen in der Öffentlichkeit zählt, bei denen Fremdenhass und das „Spazierengehen“ gegen Asylbewerber zum meinungsfreiheitlichen Alltag gehört.
Wenn auch nicht alle, so wird doch eine schweigende Mehrheit  mit ihrem Schweigen jedes, auch das widerwärtigste Geschehen dulden müssen, als ein Geschehen, das auch in ihrem Namen geschieht. Das mindestens ist die deutliche Sprache, die dieses Schweigen spricht.

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