ECKEL's ART | Ein kurzes Nein hätte es auch getan.
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Ein kurzes Nein hätte es auch getan.

Weshalb die Stadt Zeitz in den Sozialen Netzwerken nicht aktiv ist erklärt sie der MZ. Mit seltsamen Gründen.

Vorspann

Die Mitteldeutsche Zeitung fragte nach, weshalb u.a. die Stadt Zeitz in Sozialen Netzwerken wie Facebook nicht aktiv ist und offenbar auch künftig nicht sein wird.

Die Argumentationen kommen unsereins doch ziemlich bekannt vor. Sie reichen von einer Angst vor schlimmen Kommentaren bis zu (meistens fehlinterpretierten) Haftungsfragen und einem nicht zu bewältigenden Arbeitsaufwand.

Weshalb ich das für falsch halte und nachfolgenden Leserbrief schrieb ist schnell erklärt.

Wer Angst vor Kommentaren zu seinen Artikeln hat und konsequent ist, der dürfte zu keiner seiner Veranstaltungen noch öffentlich einladen. Es könnten ja die falschen Leute kommen!

Die meisten Unsicherheiten in Haftungs- und Urheberrechtsfragen lassen sich mit einem rechtssicheren Impressum auf ein Minimum an Risiko begrenzen.
Das allerdings, ein Restrisiko, wird wohl immer bleiben und gilt nicht nur für Facebook und soziale Netzwerke. Wenn du das ausschließen willst, bleib im Bett (am besten ebenerdig, damit du nicht raus fällst)

Wer Angst vor Kommentaren zu seinen Artikeln hat und konsequent ist, der dürfte zu keiner Veranstaltung öffentlich einladen. Es könnten die falschen Leute kommen!

Leserbrief (MZ vom 22.8.)

Auch als Web 2.0-Enthusiast kann ich ein einfaches „nein, wir machen da nichts“ ja akzeptieren.

In ihrer Antwort, weshalb die Stadt Zeitz auf Facebook nicht aktiv wird bedient sie sich nun aber seltsamer Argumente, ja sogar falscher.

So gibt sie vor, sie könne sich z. B. vor verfassungsfeindlichen Kommentaren nicht schützen, weil sie die nicht löschen könne. Mal abgesehen davon, dass dies falsch ist (als Seitenbetreiber kann ich via Facebook die Löschung veranlassen) kann sie schon jetzt Missbrauch etwa von Beiträgen auf ihrer Website überhaupt nicht verhindern. Ich kopiere einen Link, kommentiere ihn und sende ihn ins Web, fertig.

Dass man eine schriftliche Genehmigung aller in Beiträgen abgebildeter Personen braucht ist schlichtweg Unfug. Wie wäre es um unsere Zeitungen und ähnliche Medien bestellt träfe das wirklich zu. Ich will lieber nicht fragen, ob von allen im Michaelboten abgebildeten Personen schriftliche Genehmigungen vorliegen.

Eine Fehleinschätzung ist denn wohl auch der ins Feld geführte „hohe Arbeitsaufwand“ der „von keinem der Mitarbeiter“ leistbar sei. Schließlich könnte man, wollte man es, seine Website so anlegen, dass jeder Beitrag bei Veröffentlichung automatisch in den aktivierten Sozialen Netzwerken erscheint. Und zwar mit Foto, mit Headline, mit Subline und dem Link ohne jeden zusätzlichen Aufwand.

Natürlich muss man nicht jede „Mode“ mitmachen. Man kann auch die nächsten 50 Jahre seine Neuigkeiten als PDF an einen beschränkten Teilnehmerkreis versenden und hoffen, dass diese sie verbreiten.

Ich bin ziemlich sicher, dass es dem Image unserer Stadt nicht schaden würde, in sozialen Netzwerken ihre Highlights zu vermarkten.
Denn meine bisherige Erfahrung als Web 2.0-Enthusiast mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken? Die blöden Kommentare können den guten Botschaften nicht das Wasser reichen.

 

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  • Stadtrat

    Da haben wir nun einen neuen jungen Pressesprecher.Aber so richtig erschließt sich mir nicht seine Arbeitsaufteilung wenn er nicht täglich 10 Minuten Zeit hat im Social Media die Stadt voran zu bringen.Ich befürchte eher Angst vor Shitstorms durch mangelhafte Arbeit der Stadtverwaltung.Man ist nicht wirklich an einem Dialog der Verwaltung/OBM mit dem Bürger intessiert.Schade……

    Antworten
    • reinereckel

      Hallo Stadtrat,
      dieser Dialog ging ja schon einmal daneben. Das Chat „Stadtgespräch“ auf zeitz.de war am Ende von den Chattern zum Müllkasten verkommen und wurde zu Recht abgeschalten. Womöglich wirkt das noch.
      Allerdings scheint sich die Stadt generell schwer zu tun, nahe dran zu bleiben an neuen Entwicklungen. Das hatten wir hier auch schon diskutiert (siehe zeitz.de).
      Vielleicht finde ich ein paar Wackere, die einmal beginnen zielführende Gespräche mit der Stadt zu führen. Themen Marketing, Web 2.0, Corporate identity….ein weites Feld für fruchtbare Dialoge.

      Antworten

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