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Kein Platz für Ausgeschlafene?

Das Bauhaus Dessau ist kein Baumarkt und Oswalt nicht Filialleiter!

I

mmer wenn es unser Ländle einmal aus den überschaubaren hiesigen Pressemänteln heraus bis in die bundesweiten großen Tageszeitungen schafft wird einem schwummrig. Welche Posse ist nun Anlass des Medieninteresses? Diesmal keine. Diesmal ist es ernst.

Ein kultusministerieller Heimwerker hat sich ins Bauhaus verirrt und hantiert dort herum als wäre es ein Baumarkt, latscht durch den Stiftungsrat und schießt mal eben den Bauhausdirektor Philipp Oswalt ab. Das Vertrauensverhältnis sei gestört ließ Kultusminister Dorgerloh verlauten und versteckt sich ansonsten hinter dem Stiftungsrat. Das hat doch wahrlich Heimwerkerformat.
„Chaos und Konfusion“ tickert es durch die Presse, internationales Kopfschütteln allerorten und Rücktritt des wissenschaftlichen Beirats der Bauhausstiftung belegen: diese Frühaufsteher in der Landesregierung kommen über Mittelmaß nicht hinaus.

Oswalt dpa

Mit der Kultur haben sie es ohnehin nicht so. Falsche Spiele um den Kulturkonvent in Sachsen-Anhalt, planlose Kürzungsorgien im Kulturhaushalt, Wirrungen um die Kulturstiftung in Halle, jahrelanges Aussitzen der Probleme an der Moritzburg in Halle, Willkür im Wissenschaftsressort und nun die Demontage des Bauhausdirektors.

Einstweilen macht Dorgerloh als amtierender KMK-Chef kaum von sich reden und in den heißen Debatten um Bullerjahns Kürzungswahnsinn war auch nicht viel zu hören. Den Ruf des Landes zu beschädigen mit dieser aberwitzigen Attacke auf den Bauhausdirektor, damit hat er auch genug zu tun.
Das passt in das Bild, das diese Landesregierung ab gibt. Im Land der Frühaufsteher ist offensichtlich kein Platz für Ausgeschlafene, solche wie Philipp Oswalt.
Dabei sind es doch gerade die Ausgeschlafenen, die das Land nach vorne bringen. Für die Kunst und Kultur gilt das besonders.

Diese Frühaufsteher in der Landesregierung haben nicht begriffen, dass wir die Ausgeschlafenen und Querdenker, am besten die ausgeschlafenen Querdenker brauchen. Und weil sie das nicht begriffen haben, wird es zwischen ihnen und einem ausgeschlafenen Querdenker auch kein ungestörtes Vertrauensverhältnis geben können.
Das werden auch die wissen, die sich auf die Direktorenstelle bewerben sollen. Einen Filialleiter braucht hier keiner.

Bauhaus

Fotos: dpd, KIZ

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