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(K)ein Platz für Kinder? Ja, was denn nun?

Wie sieht’s denn aus, das schwarz-gelbe Angebot an KITA-Betreuung? Nur Frau Schröder weiß es.

A

ngebot dürfte man es ja eigentlich nicht nennen, schließlich gibt es ab 1. August einen gesetzlichen Anspruch. Jedes Kind ab dem Alter von einem Jahr hat dann ein Recht auf Betreuung. Das ist also übermorgen.

„Übermorgen,“ mögen abwinkend manche Akteure mit Gesetzgebungskraft bis vor ein paar Monaten gedacht haben, „hat ja noch Zeit.“ Immerhin, bereits 2007 wurde dieser gesetzliche Anspruch einschliesslich seines Inkrafttretungstermins beschlossen. Auch eine Zahl ist genannt: 730.000 Plätze bis 1. August 2013.

Frau Schröder, ihres Zeichens Familienministerin und nicht bekannt als die mit den Siebenmeilenstiefeln schoss mal eben noch weit über dieses Ziel hinaus. 813.000 KITA-Plätze für Ein- bis Zweijährige stünden bereit.

Zuvor hatte dieselbe Bundesregierung als Bedarf zum 1. August 2013 ganze 780.000 plätze ermittelt. Noch im März meldete dagegen das Bundesamt für Statistik einen bundesweiten Bestand von 597.000 Krippenplätzen.
Dabei ist der unterschiedliche Bezug auf reine Platzzahlen nur ein Problem.

S

pannend wird es richtig bei Betrachtung der Infrastruktur, etwa die Situation der Fachkräfte, die offensichtlich der damalige Gesetzgeber wie auch Schwarz-Gelb über Jahre nicht im Blick hatte.

Spannend auch, was an Problemen aus den Jugendämtern vor Ort in den Kommunen gemeldet wird.
Im internationalen Vergleich wird deutlich: Deutschland hinkt hinterher. Nicht die einzige Stelle wo zu fragen ist

„Deutschland, (k)ein Platz für Kinder?“

Was sich Eltern wünschen und die Länder bei der Betreuungsquote erfüllen.

Das IST (große Prozentzahl) bleibt besonders in den alten Bundesländern weit hinter der Nachfrage (kleine Prozentzahlen zurück. Einige ausgewählte Besipiele:

18%34%

Nordrhein Westphalen

21%41%

Bremen

36%45%

Hamburg

22%35%

Niedersachsen

27%40%

Rheinland-Pfalz

22%35%

Saarland

58%61%

Sachsen-Anhalt

50%54%

Thüringen

23%37%

Baden-Württemberg

46%53%

Sachsen

Im Vergleich der Europäischen Länder sieht Deutschland in der Betreuung der Jüngsten ganz schön alt aus.

Dänemark

78%

Niederlande

50%

Frankreich

43%

Spanien

38%

Großbritannien

35%

Deutschland

20%

Österreich

9%

Griechenland

8%

Hürden und Differenzen gibt es reichlich. Auch zwischen Ost und West.

Fünf Gründe, weshalb der KITA-Ausbau nicht voran kam:

1

Es gibt zuwenig Fachkräfte. In einigen Bundesländern wird deshalb daran gedacht, den bisher hohen Standard in der Ausbildung zu brechen.

 

2

In einigen Bundesländern ist die Finanzierung unzureichend. Die chronische Unterfinanzierung verhindert Investitionen.

 

3

Erzieher-/innen werden schlecht bezahlt, legt man ihre Ausbildung zugrunde.

 

4

Für eine gute Betreuung fehlt es den Kommunen häufig an geeigneten Räumen.

 

5

Wegen der demografischen Entwicklung lässt sich die Nachfrage nur unsicher planen.

Ausbildung

Wehe die Kommunen kommen auf die Idee, den Standard bei der Ausbildung von Erzieher-/innen aus Kostengründen herab zu setzen.

  • Fachschule

  • Berufsfachschule

  • Hochschule

  • Sonstige

Unterschiedliche, schlechte Schlüssel

Insgesamt liegt das Verhältnis bei unter Dreijährigen bei 4, bei Unterschieden zwischen Ost und West. Bewisen ist, das drei optimal wäre.

Ost:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

West:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Artikelfoto: Familienhotel Bodensee;  Quellen: Die Zeit, Statistisches Bundesamt, Statistische Landesämter

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