ECKEL's ART | Nahweh. Der Wochenblick von der Insel.
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BLOG

 

Nahweh. Der Wochenblick von der Insel.

Du hast Urlaub, bist ganz entspannt. Dann kommt die Zeitung von zu Hause.

REINER ECKEL

Erst kommt das Fernweh und du fährst auf die Insel. Dort kommt das Nahweh, denn du liest die Nachrichten von zu Hause. Aus dem Urlaub über zu Hause schreiben? Bei diesem Wochenblick geht es nicht anders. Und, warum eigentlich nicht, manchmal hilft ein wenig Abstand. Den hat nun die Mitteldeutsche Zeitung praktisch aufgehoben. Die lese ich jeden Morgen zum Frühstück. Mit einem Tag Verspätung, was den Vorteil hat, dass du dich einen Tag später erst aufregst.

Ein Aktionsbündnis, das polarisiert-
nicht mehr als Scheindemokraten

D

as Thema hat mich schon am 10. Juli interessiert. Und aufgeregt. Tags zuvor ging ein sogenanntes Aktionsbündnis bei openPetition online, um mit der Frage „Ein neuer OB für Zeitz?“ Freunde für ein Abwahlverfahren des Zeitzer Oberbürgermeisters zu finden.

Nichts aus meinem Blog vom 10. Juli „Seltsames Demokratieverständnis“ muss ich korrigieren, im Gegenteil. Angesichts schleppender Unterzeichnungsbereitschaft hat nun das Aktionsbündnis medial nachgelegt. Eine offene Facebookgruppe, eine Website, eine Pressemitteilung…gibt es Neuigkeiten? Keine, außer dem polarisierenden undemokratischen Gelaber wie schon in der Begründung auf openPetition. Mag sein die Presseberichte bringen noch ein paar Stimmen. Heute am Abend waren es 321.

Ach ja, doch etwas Neues: über einer veröffentlichten Liste, welches Stadtratsmitglied in der Frage Abwahlverfahren zugestimmt hat, steht folgender kluge Satz:

Ihre Zustimmung senden Sie bitte an: …E-Mail…(red.)

Welche Zustimmung aber, und wofür? Das ist mit keinem Satz erklärt. Bemerkenswert ist auch, dass die Zustimmung per E-Mail erfolgen soll. Aha. Mit welchen Angaben?
Nicht die einzige Stelle, an der dieses Aktionsbündnis ziemlich ungenau, wenn nicht gar unwissend arbeitet.

So schreibt sie in ihrer Petitionsbegründung über Stadträte: „Durch Worte wie “Wir sind das Volk“ sind einige Abgeordnete überhaupt erst ins Parlament gekommen.“ Wir sprechen von einem Stadtrat und der ist genauso wenig ein Parlament wie seine Mitglieder keine Abgeordneten sind.

Da nimmt es das Aktionsbündnis bei den Stadtratsmitgliedern selbst genauer und gibt in den Listen auch deren Anschriften an.
Jeder Webanfänger hat schon etwas von Impressumpflicht gehört. Für dieses Aktionsbündnis, zumal mit diesem Anspruch, würde dieses Minimum wenigstens von Anstand zeugen, von Pflichtbewusstsein mal abgesehen.

Mir wäre recht, wenn das Bündnis mit den eigenen Anschriften mindestens genauso umginge.

Das wäre zwar recht und billig doch aus deren Sicht wohl nicht besonders klug. Denn der geneigte Leser, die aufmerksame Leserin würde dann wissen mit wem sie es zu tun hat. Etwa mit Akteuren, die nicht einmal in Zeitz wohnen oder sogar solchen, die einst bei der Gebietsreform vehement dafür fochten, dass ihre Gemeinde bloß nicht nach Zeitz eingemeindet wird.

Das ist schon seltsam, wenn Nichtzeitzer vorgeben zu wissen , was für Zeitz gut ist und ganz nebenbei meinen, die Demokratie neu zu erfinden.

B

evor nun der Verdacht aufkommt, unsereins hätte sich auch „mit der derzeitigen Situation arrangiert“, wie das Aktionsbündnis anders denkenden Stadträten öffentlich vorwirft, hier meine Empfehlungen:

Lesen Sie hier am Blog einige Beiträge unter „Heimat“, „Zeitz“ und „Wutbürger“. Oder nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für ZeitzOnline, das ich ehrenamtlich realisiere. Sicher werden Sie entdecken, dass ich mich keineswegs mit der Situation, wohl aber mit der Stadt Zeitz arrangiere, für diese Stadt engagiere weil ich sie kenne und hier lebe.

Deshalb und nur deshalb stelle ich diese polarisierende und populistisch argumentierende Petition in Frage.

Deshalb und nur deshalb bin ich der Auffassung, dass dieses Aktionsbündnis diesen Namen nicht verdient hat.

Deshalb und nur deshalb bin ich ziemlich sicher, die „verantwortungsbewussten Zeitzer“ (siehe Petition) – und ich nenne bewusst die verantwortungsbewussten Zeitzerinnen auch – sie werden wissen, was zu tun ist.

Deshalb und auch deshalb, weil ich wieder viele Körner brauch für meine Stadt tue ich nun wieder das wozu ich hier bin – ich mache Urlaub. Grüße in die Heimat.

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