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O zapft is. Mit Grachal.

Mir ist das zu viel Bayern

Alle Jahre im Oktober halten sie Einzug in Festzelte, schmücken Plätze und lange Tischreihen, auch in Mitteldeutschland. Fähnchen, Wimpel, Tischdecken mit den weiß-blauen Rauten und die bayrischen Bräuche gleich dazu. Massenschunkeln zur Blasmusik im Wies’nverschnitt. Mir ist das etwas zu reichlich Bayern. Sei es drum. Man muss es ja nicht mögen, nur weil es offenbar die Menge mag.

Ich mag es nicht. Schon gar nicht, wenn Kinder „bei Laune gehalten werden“ sollen, wie heute eine Tageszeitung schreibt. Bei Laune halten bis es endlich soweit ist, bis sie und er, das Mädchen und der Junge als Dirndlkönigin gekrönt beziehungsweise zum Lederhosenburschen geschlagen sind. Kinderoktobergaudi nennt sich das dann, eingepackt und verkauft als besonderes „Schmakerl“. Die kleinen Frühaufsteher im Bayernkostüm, sie tun mir leid.

Was soll das sein beim Herbstmarkt zum Erntedank im Zeitzer Schlosspark? Frühkindliche Erziehung im und zum Schunkelmainstream?
Ich fürchte, dass es dann irgendwann das Schmankerl schlechthin geben wird. Best of Dirndlcasting am Johannisteich. Alles in gerautetem Weiß-Blau versteht sich und zur Eröffnung gibt es Fassbrauseanstich und Freibrause für alle. Genau, so lange der Vorrat reicht. O zapft is!

Also, herausputzen zum Casting statt Stadt-Land-Fluss. Laufsteg statt Halli-Hallo. Schönste werden statt Löcher in der Hose. Ein „feschen Deandl“ im Wies’nverschnitt statt nasse Strümpfe an der Pfütze.
Hossa, o zapft is! Mit Grachal. Und nur solange der Vorrat reicht. Nimmt jeder nur a Hoibe reicht es vielleicht für alle.

 

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