ECKEL's ART | Perpetuum mediale. Letztes Blog zu Wulff in Bild.
Ausstellungen, Sehenswürdigkeiten
Eckels Art,Zeitz,Kultur,Kunst
2080
post-template-default,single,single-post,postid-2080,single-format-standard,ajax_updown_fade,page_not_loaded,,no_delay

BLOG

 

Perpetuum mediale. Letztes Blog zu Wulff in Bild.

Wulff hat versagt. Und mit ihm versagt hat auch die kritische und vermeintlich seriöse Presse. Das Ergebnis sind mehr Misstrauen und versaute Maßstäbe. Ein trauriges Kapitel. Und zum Thema das letzte hier am Blog.

Wieder und wieder sehe ich mir Wulffs Interview vor 12 Millionen Zuschauern an. Wieder und wieder versuche ich mir vorzustellen, was wäre denn wenn?

Was wäre, wenn Wulff wegen des nun wirklich idiotischen Mailboxanrufes es dabei belassen hätte, zu sagen „das war ein schwerer Fehler, für den ich mich entschuldige. Für den ich mich entschuldigt habe und die Entschuldigung angenommen wurde.“ Ende. Basta. Ende der Debatte wäre gewesen, wenigstens zum Thema Mailbox. Die Menschen hätten im verziehen. Wahrscheinlich.
Stattdessen torkelt und dümpelt er sich in die „Einen-Tag-Verschiebe-Taktik“ und bemüht gar obendrein Menschenrechte von Präsidenten. Stattdessen offenbart nunmehr Bild ihre ganze Verlogenheit, bittet um Veröffentlichung der Mailbox statt die Verantwortung auch für die Folgen zu übernehmen und sie von sich aus zu veröffentlichen. Stattdessen schiebt sie, mit der bei Wulffs Kredit abgeguckten Salamitaktik, anderen Blättern diese und jene Information zu. Bild hat das Recht verwirkt, ihren Widerpart Wulff scham- und würdelos zu schimpfen. Und die anderen? Bedienen das perpetuum mediale damit Wulff immer schön im Bild bleibt. Das Wulff selbst diesen medialen Mist verbockte und weiter verbockt macht es nicht besser.

Was, wenn Wulff nicht diesen Schwachsinn von Geld borgenden und Zimmer bereitstellenden Freunden als das Mindeste geschwafelt und nicht als Präsidentenazubi mit der fehlenden Karrenzzeit schwadroniert hätte?
Wulff, der gelernte Jurist. Was, wenn er nicht vom mündlichen Handschlagkredit seit Mitte November herumgeopert, sondern die schlichte Wahrheit erzählt und um Entschuldigung gebeten hätte? Das Volk hätte ihm wahrscheinlich auch das verziehen, die Presse würde nochmal kurz drauf gehauen haben und gut.
Hat er aber nicht. Wulff wollte wohl so etwas wie Kaiser spielen und hielt sich inzwischen für unantastbar.

Was, wenn Wulff das ganze Theater nun aber trotzdem einfach nur aussitzt?

Er ist ja drauf und dran – das diplomatische Corps empfangen als wäre nichts passiert, heute ein Empfang mit schaumgebremsten Gesten und die Kanzlerin streichelt Bettinas Ärmchen „armes Kind, da musst du jetzt durch.“
Wann gab es das schon, dass Verbände Einladungen von Bundespräsidenten zum Neujahrsempfang ablehnten.
Und währenddessen keimen schon wieder neue Vorwürfe von unzulässigen Handreichungen Wulffs an Wirtschaftsleute und umgekehrt.
Was, wenn Wulff weiter den Unbescholtenen spielt und den ganzen Schlamassel aussitzt, statt ihn weg zu räumen?
Dann würde Wulff die Maßstäbe versaut haben, denn alle bisherige Skepsis der Menschen gegenüber Politikern bezog sich vormals nie so auf den Bundespräsidenten, wie seit Wullfs Kapriolen.
Was, wenn dieser Bundespräsident eben doch eines schönen Tages über Pressefreiheit und Transparenz öffentlich schwadroniert. Diesem Christian Wulff ist das zuzutrauen, auch wenn längst niemand mehr zuhören und ein Sekundarschullehrer im Unterricht über die Rechte und Kompetenzen von Bundespräsidenten kaum noch reden mag. Ein Satiriker meinte gestern bei Lanz, Wulffs Weitermachen sei für Kolumnenschreiber und Kabarettisten wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Ein Witz fällt mir ein: „Was denn, der Kapitän hat das Ruder doch fest im Griff.“ „Ja, aber Besatzung und Passagiere hängen über der Reling kotzen.“

TAGS > , , ,

Post a comment