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Seltsame Mehrheiten. Wo bleiben die Wutbürger?

Nun habe ich doch gesündigt und an der schönen Ostsee die neuesten Nachrichten zum Thema Wulff gesehen. Was noch schlimmer als die Nachrichten selbst ist: was hierzulande so gedacht wird.

Morgen, das steht fest, sündige ich nicht. Morgen wird im steifen kalten Ostseewind der Frust aus dem Leib gerannt.

Eben sehe ich, dass es offensichtlich ein Mehrheit unter den Deutschen gibt, die an eine Kampagne der Medien gegen den Bundespräsidenten Christian Wulff glaubt.

Ja, genau der Wulff, der sein Lächeln und das Lächeln seiner Frau stets gut zu platzieren wusste in genau diesen und den anderen bunten Medien. Der Wulff, der die Blätter über allerlei Privates zu informieren wusste für ein paar schöne Fotos.
Genau der Wulff, der nach selbst erzeugten Gegenwind nun diesen Medien in einer Weise droht, die nichtmal einem Mitglied des Kreistages einfallen würde. Weil sie einfach blöde ist. Blöde und unbegründet.

Genau der Wulff, der gerne Kaiser sein würde und sich auch so verhält. Kein Bundespräsident vor Wulff hatte je eine „Karrenzzeit“, die sich Wulff in seinem nichtssagenden Fernsehinterview nicht entblödete zu wünschen.
Der Wulff, der winselte, er möge nicht in einem Deutschland leben, wo seines und das Privatleben seiner Familie in die „Öffentlichkeit gezerrt“ wird, wie er sagte. Dabei war er es doch, der Lieblingsessen und Liebesküsse  und alles mögliche private in die Medien brachte. Allerdings für schöne Bilder und freundliche Texte. Nun, da es die anderen Bilder und kritische Texte gibt, er alle Chancen für klare Positionierungen nicht nur ausließ, sondern seine Position als Präsident mit aller Kraft verschlimmbesserte, nun schlägt er wild um sich und zeigt sich als Kämpfer für Menschenrechte von Präsidenten. Und als beleidigte Leberwurst.

Die Mehrheit der Deutschen, die eine Kampagne der Medien sehen….sollen sie ihn doch zu sich nehmen, den Präsidentenazubi Christian Wulff. Denn sein Amt ist ihm längst davon gelaufen. Wo zum Kuckuck bleiben die Wutbürger?

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  • Michael Del Monego

    Woher weiß man was die meisten Deutschen denken?
    Ich glaube da wird wieder einmal eine PR Kampagne durch die Medien gejagt. Ja unsere Medien basteln sich ihre Welt schon längst so zusammen wie es den Mächtigen in unseren Land am besten gefällt, hat aber leider nichts mit der Meinung der Bevölkerung zu tun. Leider!

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    • Eckels Art

      Ich hatte mich auf das Ergebnis einer Umfrage bezogen (ARD). An eine Kampagne der Medien glaube ich nicht. Da musst du dir einmal die Entwicklung der ganzen Geschichte Punkt für Punkt ansehe. Dabei ist besonders interessant, wie sich Christian Wulff im Fernsehinterview verhielt. Immerhin, gemessen am Ergebnis jener Umfrage, geht seine Strategie sogar auf. Es ist aber eben die Frage, ob ein Bundespräsident jemand sein kann, der bei der Presse jammert oder ihnen droht, ob er sich alle zwei Wochen für Fehler entschuldigen muss und sogar das Menschenrecht bemüht wegen Veröffentlichungen aus dem persönlichen Umfeld. Sieh dir bis zum November mal die Regenbogenpresse an. Voll mit schönen Bildern aus seinem Leben, bis tief ins Private. Das kann er nur so gewollt haben, denn die begleitenden Texte waren durchweg nett wie die Bilder. Dafür war die Presse gut, die jetzt Kampagnenmacher sind? Und worüber will dieser Bundespräsident eigentlich noch öffentlich reden? Selbst die besagte Bank widersprach seiner öffentlichen Aussage, der Bankkreditvertrag sei mündlich bereits sei November geschlossen. Solche Verträge aber sind nur schriftlich gültig. Das muss Herr Wulff wissen, er ist Jurist. Also hat er im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erneut Halbwahrheiten von sich gegeben, um sich zu schützen. Eines Präsidenten ist solches Handeln unwürdig.

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  • Doreen Scheffler

    … die haben beschlossen, dass aller öffentlich ausgetragener Hype nicht real sein kann und in einem Paralleluniversum stattfindet.
    „GUT“ und „BÖSE“, diese Begriffe aus der Kinderzeit und grundlegende Bausteine der Begriffe „VERANTWORTUNG“ und „MORAL“ sind dort bestenfalls in Form von „GÜNSTIGER“ oder „BESSER“ in die Erwachsenenwelt hinübergerettet worden. Das gilt es für den Wutbürger zu akzeptieren. Den alle Wut kann darüber nicht hinwegtäuschen, dass eigene Ansprüche, Wünsche und Vorstellungen scheinbar nicht in die öffentlich wahrnehmbare Welt übertragen werden können.

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