ECKEL's ART | Vanilleeis mit Peer Steinbrück
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Vanilleeis mit Peer Steinbrück

Eines Urlaubsabends mit Peer Steinbrück auf Norderney.

D

er Graumelierte neben mir wähle ohnehin CDU, sagt er, wolle sich aber Peer Steinbrück mal „zumuten“. Der sympathische Mittfünfziger sei nun aber ziemlich sauer, weil Steinbrück mit 90 Minuten Verspätung in den überfüllten Saal auf der Insel kommt.

Das Vanilleeis war natürlich längst verspeist, als Peer Steinbrück auf das Podium steigt. Begleitet von Buh-Rufen und Beifall freut sich Peer, dass auch die Buh-Rufer geblieben sind. Es sei eben so nach Stau und den Naturgewalten bei extremem Niedrigwasser auf dem Weg zur Insel, entschuldigt sich der Kanzlerkandidat. Dann ist auch Schluss mit Buh.

Steinbrück redet den Menschen ins Gewissen, sich an den Wahlen zu beteiligen. Er fordert sie.

Wenn Sie Poilitiker und Parteien nicht wollen, erklären Sie mir bitte, wer demokratisch legitimierte Mehrheiten zustande bringen soll.“

Beifall, mindestens beifälliges Nicken. Das wird an diesem Abend im Norderneyer Conversations-Haus noch häufig zu hören und zu sehen sein. Steinbrück in Hochform. Humorvoll und ernst, schlagfertig und nachdenklich, geduldig und unduldsam, klug und verständlich, gelöst und voll konzenrtiert spricht er mit dem Publikum, beantwortet jede Frage. Konversation auf höchstem Niveau.

„Der ist ja ganz anders,“ höre ich den Graumelierten. Er, der Graumelierte, kenne nur das Bild, das die Medien von ihm zeichnen. Das passt zu Steinbrücks Überzeugung:

„Die Parteien unterscheiden sich sehr wohl. Lesen und hören Sie was die schreiben und sagen ehe Sie allein den Medien glauben.“

Beifall, mindestens beifälliges Nicken.
Ob er, Steinbrück, als Kanzlerkandidat tatsächlich glaube, dass man von 8,50 € Mindestlohn leben könne, will ein Gast wissen. Steinbrück weist auf 7 Millionen Arbeitnehmer-/innen hin, die derzeit zum Teil deutlich darunter liegen. Dennoch würden er als Kandidat und die SPD schon für die jetzige Forderung verprügelt als würde Mindestlohn zigtausende von Arbeitsplätzen kosten. Dann rechnet er vor, dass es und warum es nicht so ist. Beifälliges Nicken beim Fragesteller.

Die Fragen gehen quer Beet. Steinbrück antwortet präzise, knapp und deutlich. Dabei kommt er ohne jede Phrase aus, bleibt konkret und vor allem verständlich.  Steinbrück weiß wovon er spricht und die ihm zuhören verstehen, was er spricht. Konversation auf höchstem Niveau im Conversations-Haus.

Keine Frage bleibt unbeantwortet. Auch die nicht, dass man bei Maischberger hörte er sei 66, weshalb er sich also in dem Alter eine Kanzlerkandidatur noch antue.

„Sehen Sie, bei Maischberger hatten die mich auf um die 40 herunter geschminckt.“ 

Steinbrück der Humorvolle. Beifall.

Und der Graumelierte? Wirkt am Ende leicht verwirrt. Er hätte ihm als CDU-Wähler schon gerne aus Prinzip widersprochen, sagt er. Nur Argumente hätte er keine gefunden, auch nur eine Aussage Steinbrücks zu widerlegen. Und eine Zumutung sei der Abend bei Peer Steinbrück jedenfalls nicht gewesen.
Wär da noch mein Vanilleeis. Dieses Gelb, ließ mich der Graumelierte wissen, habe ihn irritiert. Himbeer- oder Erdbeerrot stünde mir besser. Nach einem guten Abend, verriet ich ihm, sei ein Vanilleeis genau richtig. Mit roter Grütze.

PEER-STEINBRÜCK.DE

Fotos: Reiner Eckel

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