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Vierzig, männlich, gebildet. Na und?

Ein zugespitzter Blick auf Gehörtes und Geschriebenes

Zunächst war von „eindeutigen Ergebnissen“ die Rede. Dann gab es Erleichterung, besser gesagt Häme bei den Pegidaanhängern. Die TU Dresden stellt in ihrer Studie fest, was der durchschnittliche Pegidaanhänger tatsächlich ist. Er sei männlich und käme aus Sachsen, sei Ende Vierzig, gebildet, verdiene mindestens durchschnittlich und sei unzufrieden.

Und die Studie will festgestellt haben, der typische Pegidademonstrant sei weder rassistisch noch irgendwie rechts. Da waren die Medien schnell dabei, das als bare Münze zu nehmen. Dies wiederum nahm Pegida dankbar auf.
Jeder, der nun herkommt und berechtigte Zweifel äußert, dass diese Studie repräsentativ sei wird erstmal mit jenem Lügenpresseblick beäugt. Wie der Medienkritiker Stefan Niggemeier, der feststellt:

Zutreffender ist vermutlich eine andere Aussage: Der typische Pegida-Demonstrant nimmt ungern an Umfragen teil. Zwei Drittel derjenigen, die dafür angesprochen wurden, lehnten hier ab.

Zwei Drittel wollten nicht befragt werden! Welche zwei Drittel?

Sollen sich doch Medienmacher und Wissenschaftler in die Haare kriegen, was nun repräsentativ ist, was systematisch belegbar und was nicht.

Selbst wenn es stimmen sollte: männlich, Ende Vierzig, gebildet, Gutverdiener – na und? Ist es nicht in Deutschland schon vorgekommen, dass Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, gut verdienend und gebildet, treublind einer Bewegung hinterher liefen? Und war es nicht schon so, dass selbst die Gebildetsten und Betuchtesten am Ende nichts gewusst haben oder nichts gewusst haben wollten von dem, was sich danach anbahnte?

Victor Klemperer war ein kluger Mann und schrieb in LTI, Notizbuch eines Philologen:

„Was jemand willentlich verbergen will, sei es nur vor anderen, sei es vor sich selber, auch was er unbewusst in sich trägt: die Sprache bringt es an den Tag“.

Ob nun der gebildete, gut verdienende Endvierziger willentlich zu verbergen sucht, vor sich oder anderen, ob bewusst oder unbewusst, ich habe zugehört und einen ganzen Tag gelesen, um zu erfahren was dessen Sprache an den Tag bringt. Wie offensichtlich die erwähnten Wissenschaftler an der TU kann auch ich nicht wissen, ob das, was ich von ihm höre und lese nun repräsentativ ist für den typischen Pegiadademonstranten oder nicht.

Deshalb kam mir nach dem Schaudern die Idee, was der männliche Bürger sagte und schrieb satirisch in ein Bild zu fassen.

Vierzig, männlich, gut verdienend und gebildet – Na und?

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