ECKEL's ART | Was Sarrazin, die SPD und Apple gemeinsam haben.
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Was Sarrazin, die SPD und Apple gemeinsam haben.

Das Blog zum Sonntag lässt Eckels Art darüber sinnieren was Sarrazin, die SPD und Apple gemeinsam haben. Mit weit reichenden Folgen. Jedenfalls für die SPD.

Was Sarrazin, die SPD und Apple gemeinsam haben? Sie reißen den Graben zwischen Befürwortern und Kritikern diese Woche tiefer.

Tilo Sarrazin bleibt in der SPD. Damit auch sein Menschenbild?

Sigmar Gabriel hatte im Herbst letzten Jahres in „Zeit Online“ eine vielbeachtete Analyse zu Sarrazins von den Medien aufgebürsteltem traurigen Bestseller vorgenommen. Bis dahin hatte es auch innerhalb der Sozialdemokratie eine kontroverse Debatte zu Sarrazins Buch gegeben. Von solchen, die es gelesen haben und auch den anderen. Nur wenige hatten sich so intensiv mit der Schrift auseinander gesetzt wie Gabriel. Ohne Polemik analysiert und entblößt Gabriel Sarrazins Buch und trifft damit den Nerv Vieler.

Gabriel schrieb in Zeit Online unter anderem:

….“Das gleiche gilt für ihn auch für den Länderfinanzausgleich zwischen dem Süden und dem Norden Deutschlands, weil » die in Schwaben lebenden Menschen durchschnittlich einen höheren Intelligenzquotienten haben als jene in der Uckermark (…)«. (S. 24) Nicht die Deindustriealisierung des Nordostens nach der Wiedervereinigung ist also schuld am hohen Anteil von Hartz-IV-Empfängern, sondern die genetisch bedingt weniger tüchtige Bevölkerung (vgl. S. 77). Wer denen im Norden oder im Nordosten Geld gibt, der schmeißt für Thilo Sarrazin nur Geld zum Fenster heraus, denn Geld macht nicht klüger. Es führt nur dazu, dass die Dummen weiter unter sich bleiben können. Aber eigentlich ist das Ganze noch viel schlimmer, denn selbst die Abwanderung aus dem Norden in den Süden ist kein Ausweg: Wenn sich nämlich die Norddeutschen mit den Süddeutschen durch Abwanderung und Heirat vermischen, sinkt die durchschnittliche Intelligenz der Süddeutschen. Wohlgemerkt: Dieser absurde Unsinn stammt nicht aus einer Aschermittwochsrede in Bayern, sondern aus dem medial wie kein zweites Buch gehypten angeblichen »Integrations«-Bestseller Thilo Sarrazins.“

Das darf auch für jene gelten, die nun mit Sarrazin jene verheerende Vereinbarung trafen, um den Ausschluss Sarrazins aus der SPD zu vermeiden. Ganz vorn dran Andrea Nahles. Die Erwägungen, und das ist letztlich das Verheerende für die SPD, wurden getroffen aus taktischem Kalkül. Dabei war aus meiner Sicht schon längst passiert, dass am Beispiel Sarrazin die innere Zerissenheit der SPD, ja eine inhaltliche Orientierungslosigkeit offenbar wurde. Wenn Frau Nahles glaubte, mit diesem taktischen Gemurkse Schlimmeres von der Partei abzuwenden hat sie falsch kalkuliert.

Der SPD wäre für ihre Glaubwürdigkeit wenigstens in diesem Thema letztlich nur geblieben, die erwähnte Analyse ihres Vorsitzen zu nehmen und Sarrazin zu einer Aussage zu zwingen. Oder ihn dann auszuschließen, wenn er nicht einlenkt. Stattdessen wurde eine Erklärung unterschrieben, die zu nichts taugt als für den Beleg eines fortschreitenden Verfalls der Autorität in der SPD. Was bleibt ist ein lächelnder Tilo Sarrazin, ein blamierter SPD-Vorsitzender und eine SPD, die sich erneut fragen lassen muss wofür sie eigentlich steht. „Fragen lassen muss“, denn sich selbst fragt sich die SPD offensichtlich schon seit längerem nichts wichtiges mehr. Ob das etwa noch mit den Werten der toleranten und demokratischen Partei zu tun hat, was da einer von sich gibt, der noch Spzialdemokrat sein darf. Nicht einmal, ob das was sie gerade tut ihren Vorsitzenden bloß stellt und einen beträchtlichen Teil der Mitgliedschaft in den Hintern tritt.
Aber es ist am Ende ja noch schlimmer. Hier ist dann noch der klägliche Versuch der Milderung des Tritts in den Hintern durch das Vorhalten einer Entschuldigung von Sarrazin, die keine ist. Nichts, aber garnichts hat Sarrazin zurück genommen.

Für viele der eigenen Genossinnen und Genossen, auch für viele außerhalb der SPD hatte Gabriel eindrucksvoll beschrieben, warum Träger und Vervielfältiger solcher Thesen nicht Mitglied der SPD sein können. Das war verständlich, plausibel und gut begründet. Doch haben selbst die logischsten und verständlichsten Argumente Gabriels die eigenen ständig taktierenden Granden in der Parteiführung offenbar vollkommen unberührt gelassen. Ein Kalkül, das am Ende nicht aufgehen wird.
Die nächsten Wahlen werden deutlich machen, was zuletzt schon sichtbar wurde. Das Wahlvolk traut uns nichts mehr zu, weil es nicht weiß wofür wir stehen. Nur Kalkül und Taktik ist zu wenig.

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Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast…

…lacht sich Apple ins Fäustchen. Inhaber von iPhone und iPad lassen Apple unbemerkt wissen, wann sie sich wo aufhalten. Fein säuberlich auf Karten mit Datum und Uhrzeit vermerkt und in einer offenen Datei abgespeichert. Da kommen mir doch die merkwürdigen Debatten um Google Streetview wie ein Halbwüchsigenstreich vor. Schon kommen die ersten Weißwesten hervor, die „nichts zu verbergen haben“. Leute, hier werden persönliche Bewegungsprofile erstellt und gespeichert. Und du weißt nichts davon, würden nicht findige Burschen die Dateien entdeckt haben. Das ist eine neue Qualität. Unterdessen feiert sich Apple mit den dicksten Umsätzen aller Zeiten.
Ich will nicht, dass du weißt, was ich letzten Sommer getan habe. Und ich will nicht wissen, was du letzten Sommer getan hast.

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  • Marcus

    Mein lieber Reiner,

    mein iPhone weiß leider nicht, was ich letzten Sommer getan habe. Und wenn, dann frage ich mich, ob mein iPhone andere Wege gegangen ist als ich. Denn meinen Daten nach war ich nie zu Hause, aber in Regionen, in denen ich noch nie war. Mein Profil ist also mehr als gefälscht wenn man es mal so sagen will. Von daher seh ich die Aufregung um die Daten recht amüsant. Was will Apple mit falschen Daten von mir?

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    • Eckels Art

      Hallo Marcus,
      die Frage ist aber auch, was will Apple überhaupt mit den Daten, egal ob sich richtig sind oder falsch. Die Datenspeicherung an sich ist die Sauerei.

      Antworten
  • Jürgen Maiwald

    Lieber Rainer,
    glaubst Du wirklich, dass Gabriel das selbst gelesen hat? Ich behaupte, er hat schreiben lassen, und Populismus ist es ohnehin. Zum Uckermark – Schwaben – Vergleich: Das kann gar nicht anders sein. Wenn aus Gebieten massive Abwanderungen stattfinden, migrieren doch nicht die Ungebildeten oder geistig Schwachen. Der aktivste und von den Begabungen entwickelteste Teil der Bevölkerung wandert ab – und selbstverständlich deformieren solche Prozesse die usprünglich vielleicht vorhandene Normalverteilung. Dies träfe nur dann nicht zu, wenn die Wahrscheinlichkeitsbeziehung zwischen Intelligenz/Begabung und Schulerfolg nun komplett geleugnet wird. Dass für Politiker andere Erfolgkriterien als Intelligenz gelten (Wendigkeit, „Bauernschläue“, Schleim, Ignoranz, Geschwätzigkeit gepaart mit eingeschränkter Beziehung zu Wahrhaftigkeit, Intriganz etc.) ist eine andere Sache.

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    • Jürgen Maiwald

      Der Ghostwrither von Gabriel war wahrscheinlich Sozialpädagoge oder Politologe, hilfweise auch qualitativer Sozialforscher, der im Oberseminar Statistik bei „Verteilungen“ gefehlt hat. Im Hinblick auf den IQ der Pommern verhält sich das nämlich genau umgekehrt. Wenn der befähigtere Teil der Bevölkerung in den Süden migriert, erhöht er dort das durchschnittliche Intelligenzniveau – es sei denn die waren dort schon immer viel schlauer gewesen.
      Ein böser Spruch über die Nordregion (nicht von Thilo S.) „Denn im Winter ist der Pommer noch viel dümmer als im Sommer“ weist im Übrigen auf jahreszeitliche Verwerfungen des Migrationsverhaltens hin.

      leggigenzniveau migriert

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    • Eckels Art

      Hört sich so an als lese ich von jemandem, der glaubt Politiker könnten nicht lesen. Und könnten sie es, würden sie es nicht tun, jedenfalls wenigstens nicht richtig. Mensch Jürgen, du musst Politiker ja hassen. Oder sind es nur Sozis?
      Ob du wohl bestreiten würdest, wenn ich meinerseits behaupte Tilo Sarrazin erfülle unter anderem durchaus auch ein paar der von dir festgestellten Erfolgskriterien, die du ansonsten Politikern zuordnest? Und dann wär da noch die Frage, ob die denn nun auch im Erbgut liegen.
      Den freundlichen Hinweis bezüglich der Uckermärker und Schwaben für den von dir entdeckten Ghostwriter musst du übrigens Herrn Sarrazin schicken.

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  • Eckels Art

    Diesen Artikel zum Thema fand ich auch ganz lesenswert:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=9192#more-9192

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