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Noch ist nichts verloren. Oder doch?

Der Stadtrat Zeitz lehnt die Entwürfe eines Corporate Design für seine Stadt ab. Zeitz kauft also ein Auto, stellt es in die Garage und geht weiter zu Fuß? So ist es. Muss es aber nicht bleiben.

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„Dieses Zeitz aber auch!…Zeitz taucht einen in ein Wechselbad zwischen wunderschön und unansehnlich, feinstem Weltgeist und Krähwinkelstumpfsinn, von Patrizierstolz und Bürgerwut und überhaupt von verarmt und überreich,“ schreibt der Hallesche Schriftsteller Wilhelm Bartsch in dem wunderbaren Bildband „Zeitz. Dom- und Residenzstadt an der Weißen Elster“.
Bartsch weiter in seinem Essay: „Ich kenne außer Zeitz keine Stadt, die mich so umarmt und in die ich auch verliebt bin, obwohl ich sie doch so oft gar nicht leiden kann, die mir so vollkommen schön erscheint, obwohl sie ziemlich gehandicapt ist.“

Bartsch spricht mir aus dem Herzen. In diesen Tagen würde ich hinzufügen: „Dieses Zeitz aber auch! Es hat besseres verdient als das, was es gerade erleben muss.“

Mal ernsthaft!

Glaubt denn wirklich jemand, die ZeitzerInnen hätten sich nicht hinter der Idee eines Corporate Design versammelt? Ich meine die ZeitzerInnen mit jenem Weltgeist und Patrizierstolz. Wetten, dass sie einer klugen Argumentation gefolgt wären, was wir mit dem Corporate Design und wie wir es erreichen wollen? Glaubt denn jemand wirklich, Händler oder Gewerbetreibende würden sich, gebeten kleine Postkarten mit eben diesen Argumenten zu verteilen, verweigern? Glaubt denn jemand wirklich, in Bibliotheken, Museen oder Wartezimmern würde man nicht nette Lesezeichen mit Werbung für die eigene Stadt auslegen? Glauben wir, die ZeitzerInnen würden nicht neugierig in einer kleinen Website blättern und wissen wollen, wie die Stadt sich aufstellen will im Wettbewerb der Städte?

Stellen wir uns mal die Ideen vor, würden wir Kitas und Jugendeinrichtungen dazu aufrufen, sich mit gestalterischen oder spielerisch damit auseinanderzusetzen (egal übrigens mit welchem Logo). Glaubt jemand wirklich, die ZeitzerInnen würden sich verweigern mit dem Argument, es hätte sie vorher niemand beteiligt, wie manche meinen?
Wollen wir wetten? Denn eines ist doch klar, egal wann sich diese Stadt und mit welchem Corporate Design auf den Weg machen wird – die Arbeit beginnt erst, wenn es beschlossen ist.
Dann erst wird die Mitwirkung der Bürgerschaft, von Stakeholdern und Netzwerkpartnern, einheimischen Firmen und Einrichtungen wirklich wichtig. Die werden wir, wie auch immer ein Logo aussieht, nur mit Geschlossenheit, guter Argumentation und einem Plan hinter uns kriegen, wie wir die Marke Zeitz in die Welt zu tragen wollen. Darauf die Kräfte zu richten ist einzig sinnvoll!

Und nun?

Es gibt noch einen Weg, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Denn wie eingangs beschrieben – das Auto ist gekauft und den ZeitzerInnen kaum zu vermitteln, weshalb es in der Garage vor sich hin rosten soll. Man darf gespannt sein, wer helfen wird, das wieder in Ordnung zu bringen. Guten Abend.

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